Verein der Freunde historischer Luftfahrzeuge e.V.
Am Flughafen 20/22, 41066 Mönchengladbach, Tel. 01 72 / 6 56 65 07,  
JU 52, preload JU-52, preload
Copyright © Sammlung Bernd Junkers Copyright © Sammlung Bernd Junkers Copyright © Sammlung Bernd Junkers Copyright © Sammlung Bernd Junkers

JU 52 HB-HOY (ehemals D-CIAK CASA 352)

TypenbezeichnungJU-52/ 3 mg 4
Baujahr1949
KennzeichenHB-HOY
HerstellerConstrucciones Aeronáuticas S.A. (Casa, Spanien)
Triebwerke3 x BMW 132 A/3
Nennleistungje 660 PS bei 2050 min-1
Treibstoffverbrauch3 x 140 Liter pro Stunde
Sitzplätze17 Passagiere, 2 Piloten und 1 Flugbegleitung

Abmessungen: 
Spannweite29,25 m
Länge18,90 m
Höhe6,10 m
Flügelfläche110 m2
Flügelstreckung7,74 : 1

Gewichte: 
Rüstgewicht6.590 kg
Nutzlast1.800 kg
Tankinhalt2.500 lit.
Zuladung3.910 kg
max. Startgewicht10.500 kg
Flächenbelastung95,02 kg/m2
Leistungsbelastung5,3 kg/PS

Flugleistung: 
Höchstgeschwindigkeit260 km/h
Reisegeschwindigkeit 190 km/h
Landegeschwindigkeit110 km/h
max. Steiggeschwindigkeit4,0 m/sec
Dienstgipfelhöhe5.100 m.ü.NN
max. Flugdauer6 Stunden
Reichweite1.200 km
Startrollstrecke400 m
Landerollstrecke350 m


JU 52 Detailfassung aus den 1940 er Jahren
Seit einiger Zeit besitzt unsere Flugwaffe für Schulungszwecke mehrere Grossflugzeuge des Types Ju 52. Es ist dies der bekannte Junkers-Verkehrsflugzeugtyp, der als Theoriesaal-Flugzeug für Unterricht im Blindflug und der theoretischen und praktischen Navigation eingerichtet ist. Es bietet ausser der Besatzung, die aus einem Piloten, einem Funker und einem Bordmechaniker besteht, dem Unterrichtsleiter und 7 Hörern Platz.

Konstruktion:
Das Flugzeug ist ein dreimotoriges Tiefdecker-Landflugzeug. Es ist in Ganzmetallbauweise als freitragender Tiefdecker mit einem an die Tragfläche angelenkten beweglichen Hilfsflügel, dem Junkers Doppelflügel, hergestellt.
Der Hauptbaustoff ist Duralumin, wogegen hoch beanspruchte Teile aus hochwertigem Stahl bestehen. Durch weitgehende Durchführung der offenen Bauweise ist für die gute Zugänglichkeit gesorgt, so dass Kontrollen und Instandsetzungen sehr erleichtert werden.

Rumpf:
Der Rumpf hat rechteckigen Querschnitt mit stark abgerundeten Kanten. Das Rumpfgerüst besteht aus 4 Längsholmen und senkrecht zur Längsachse angeordneten Spanten. Zur Übertragung der Schubkräfte wird die Wellblechaußenhaut mit herangezogen. Rumpfmittelstück und Tragflächenmittelstück bilden eine konstruktive Einheit.

Tragflächen:
Die freitragenden Tragflächen, welche trapezförmig aus 3 Hauptträgern und einem Hilfsträger bestehen, sind mittels Kugelverschraubung beidseitig des Rumpfes angeschlossen. Die Tragflächen sind mit einem verstellbaren Hilfsflügel ausgerüstet, welcher dem Flugzeug besonders gute Start- und Landeeigenschaften vermittelt. Der Hilfsflügel ist so unterteilt, dass der nach dem Rumpf zu liegende Teil als Verstellklappe wirkt, während der äussere Teil auch als Querruder dient.

Leitwerk:
Höhen- und Seitenleitwerk sind ebenfalls als Doppelflügel ausgebildet. Die Höhenflosse ist zur Trimmung des Flugzeuges im Fluge verstellbar. Sämtliche Steuer sind mit Gewichtsausgleich versehen. Zur Verringerung des Seitensteuerdruckes bei Ausfall eines Motors ist eine Seitenruderentlastung vorgesehen. Die Steuer sind in üblicher Weise vom Führersitz aus zu betätigen, und zwar Höhen- und Quersteuer durch Steuersäule mit Handrad, Seitensteuer durch Fusspedale. Verstellung der Höhenflosse durch Handrad am Führersitz. Für die Übertragung der Steuerbewegungen werden hauptsächlich Stosstangen mit Pendelführung verwendet. Alle wichtigen, Teile der Steuerung sind auf Kugellagern gelagert. Für einen zweiten Piloten ist im Führerraum rechts eine Doppelsteuerung vorhanden. Zur Vermeidung von Überbeanspruchung der Tragflächen besitzt das Flugzeug eine Sturzflugsicherung, welche durch die Hilfsflügel- verstellung die Fluggeschwindigkeit stets m der zulässigen Grenze hält.

Fahrwerk:
Das Fahrwerk besteht aus zwei Einzelhälften ohne durchgehende Achsen mit Stromlinienverkleidung. Jede Fahrgestellhälfte ist mit kombinierten Öl- Luftstoßdämpfer-Federbeinen versehen. Die Laufräder können durch Druckluftbremsen einzeln gebremst werden. Auch das Spornrad, welches um 180° drehbar und im Fluge feststellbar ist, kann vom Führerraum aus gebremst werden.

Motoren:
Das Flugzeug besitzt 3 Motoren. Der Mittelmotor befindet sich in der Rumpfspitze, die beiden anderen Motoren an jeder Aussentragfläche rechts und links. Die eingebauten Motoren des Types BMW 132 A sind luftgekühlte, nicht untersetzte Vergaser-Sternmotoren mit 9 feststehenden Zylindern. Ihre Höchstleistung für die Dauer von 5 Minuten beträgt je 660 PS bei 915 m ü. M. und 2050 Touren pro Minute. Der Propeller ist am Stand verstellbar. Der Mittelmotor ist mit Townendring, die Seitenmotoren mit NACA-Hauben verkleidet.

Betriebsstoffanlage:
Die Betriebsstoffanlage besteht aus zwei Behältergruppen mit je 7 Behältern und einem Gesamtfassungsvermögen von 2400 Liter. Die Behälter befinden sich in den Tragflächen und sind nach unten ausbaubar angeordnet. Die Betriebsstofförderung geschieht durch motorangetriebene Pumpen mit davor geschalteten Filtern. Jeder Motor ist mit einer eigenen Schmierstoffanlage ausgerüstet. Zur Kühlung dienen Röhrenkühler, wobei der Rücklaufschmierstoff ganz oder nur teilweise durch die Kühler geleitet werden kann. Für jeden Motor ist ein besonderer Schmierstoffbehälter mit einem tatsächlichen Fassungsvermögen von 68 Liter eingebaut.

Ausrüstung:
Der Führerraum ist vollständig mit nicht splitterndem Glas überdacht und kann gegen die Sicht nach aussen für den Blindflug abgedeckt werden. Er bietet links Platz für den Führer und rechts für den Bordmechaniker. Zwischen den Sitzen ist ein klappbarer Behelfssitz ei gebaut. Der obere Teil der Führerraumüberdachung kann als Notausstieg geöffnet werden.
Die hinter dem Führerraum liegende grosse Kabine hat einen Rauminhalt von 19,6 m3. Vorn befindet sich die große Funkstation für Senden und Empfang auf langen und kurze Wellen sowie die Geräte für die Zielflugpeilanlage und die Schlechtwetter-anlage. Die Einrichtung der Kabine besteht aus einem Tisch und einem Sitz für den Funker, zwei Einzelsitze an der rückwärtigen Wand der Kabine, vier Reihen mit Doppelsitzbänken mit zwei Arbeitstischchen zur Aufnahme von Karten und sonstigem Unterrichtsmaterial. Außerdem befindet sich in der Kabine in Augenhöhe ein Instrumentenbrett mit Kompass, Geschwindigkeits- und Höhenmesser und ein Borduhr. Die Instrumentierung umfasst alle für die Flugüberwachung, Navigation und die besonderen Aufgaben des Flug Zeuges notwendigen Instrumente und Bedienungsgeräte. Die elektrische Anlage mit einem motorangetriebenen Generator und einer grossen Batterie ist in modernster Konstruktion ausgeführt. Die Funkanlage wird von einem luftangetriebenen Generator mit Strom versorgt.