Verein der Freunde historischer Luftfahrzeuge e.V.
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Die Junkers F13.......... soll wieder fliegen!

Die F13 war das erste Ganzmetallverkehrsflugzeug der Welt und Wegbereiter der deutschen- und internationalen Verkehrsluftfahrt. Ein Meilenstein in der Luftfahrtgeschichte, das meistverkaufte Verkehrsflugzeug seiner Zeit und der Vorläufer der JU52.

„Der kommerzielle Luftverkehr steht heute zu Beginn des 21. Jahrhunderts vor der Einführung einer neuen Generation von Verkehrsflugzeugen, die in Punkto Größe, Zuverlässigkeit und Effizienz neue Maßstäbe setzen werden“.

Das Grundkonzept aller modernen Verkehrsflugzeuge weist immer noch zahlreiche Merkmale auf, die bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts, dem Beginn des kommerziellen Luftverkehrs entwickelt worden sind. Wegweisend war die 1919 von Professor Hugo Junkers vorgestellte F13, die bis heute als „Urmutter aller Verkehrsflugzeuge" gilt.

Erstmals in der Geschichte der Luftfahrt bestimmten Sicherheit, Wirtschaftlichkeit und Komfort vorrangig den Entwurf eines Flugzeugs.

Prof. Hugo Junkers, der Erfinder des Gasbadeofens und das Kalorimeters, produzierte schon um 1920 mit Baugruppen und standardisierte damit den Flugzeugbau. So haben z.B. die Nachfolgemodelle W33 und 34 die gleichen Tragflächen und Vorderbauten. Der Flugbetrieb mit Junkers- Flugzeugen war wesentlich wirtschaftlicher als mit denen seiner Mitbewerber. Aus diesem Grund wurden Junkers-Flugzeuge bald von der Schweiz über Südamerika, Asien, Nordamerika, Finnland, Schweden Russland, usw. in der ganzen Welt eingesetzt.

Die Junkers F13 schuf damit die Voraussetzungen, um dem Luftverkehr zu allgemeiner Akzeptanz zu verhelfen und als neuen Verkehrszweig zu etablieren. Sie war das erste ganz aus Metall gefertigte Verkehrsflugzeug der Welt. Der freitragende Tiefdecker war in der für Junkers-Flugzeuge charakteristischen Wellblechbauweise gefertigt.

Die F 13verfügte als erstes Flugzeug über eine geschlossene, viersitzige Kabine, die mit gepolsterten Sitzen sowie einer Heizung ausgestattet war. Sie überzeugte nicht nur durch den hohen Komfort, sondern auch durch besondere Wartungsfreundlichkeit sowie vielfältige Einsetzbarkeit

Dabei war das Cockpit sehr spartanisch ausgestattet. Die Piloten mussten „im Freien Sitzen“ und waren den Witterungseinflüssen nahezu ohne Schutz ausgeliefert.

Zu Beginn der 20er Jahre kam dieses Flugzeugmuster in fast allen luftfahrtbetreibenden Ländern zum Einsatz, absolvierte im Juni 1919 den Weltrekord im Höhenflug mit 4200 Metern und 8 Personen an Bord. 1922 gelang mit einer F13 die erste Alpenüberquerung eines Verkehrsflugzeuges.

Später fanden die Nachfolgemuster W33, W34, G24, G31 und JU 52/3m weltweit Verbreitung. Sie halfen dabei, dem Luftverkehr weite Gebiete des Erdballs überhaupt erst zu erschließen.

Die F13 wurde in Deutschland, Russland und in Schweden gebaut. Von den 330 bis 1933 gebauten Flugzeugen wurden 110 in Deutschland zugelassen. Die verbleibenden 220 Maschinen verrichteten ihren Dienst von Süd- Mittel- und Nordamerika, Afrika, Osteuropa, China, Japan, Indonesien bis hin nach Australien.

 

Die Junkers F13........... Auf der Suche nach............

Heute ist die Luftverkehrsbranche ein bedeutender Industriezweig, an dessen Anfang unumstritten die Junkers F13 stand. 90 Jahre nach dem Erstflug des ersten Ganzmetall Passagierflugzeuges steht fest, die Junkers F13 –- soll wieder fliegen!

Die Idee, eine F13 für die Ausstellung des Deutschen Technikmuseums und eine davon unabhängige flugfähige F13 wieder aufzubauen, wurde bereits Anfang der 1990er Jahre geboren. Man bemühte sich, eine Junkers F13 für die geplante Luftfahrtausstellung einzuwerben.

1993 gelang es nach intensiven Recherchen, im Jemen die Überreste einer F13 mit der Werknummer 2007 aufzuspüren, die dort 1927 und 1928 mit der Zulassung D-1173 geflogen war. Als Eigentum des letzten Imam stand sie bis Ende der 50er Jahre im Arsenal in Sanaa. Wichtige Baugruppen, wie Fahrwerk, Leitwerk, Triebwerk und Cockpitausrüstung haben die Abwrackung Ende der 1970er Jahre überstanden und befinden sich heute im Depot des Deutschen Technikmuseums Berlin.

2006 übergab das Westem Canada Aviation Museum in Winnipeg (Kanada) nach langjährigen Verhandlungen dem Deutschen Technikmuseum das Wrack einer weiteren F13, die in den 1930er Jahren mit der Zulassung CF-ALX in Kanada eingesetzt und bei einem Absturz 1933 schwer beschädigt worden war. Das kanadische Museum hatte die Maschine mit der Werknummer 2050 im Jahr 1981 geborgen und anschließend in einem Außendepot des Museums gelagert.

Der VFL begab sich ebenfalls auf die Such nach Junkers F 13 Flugzeugen und Teilen. Bisher wurde nur ein Junkers L 5 Motor gefunden und wieder funktionstüchtig gemacht. Ein Leitwerk wurde für Ausstellungszwecke nachgebaut.

Der Verwirklichung des Traums einer flugtüchtigen F 13 rückt dennoch näher, der VFL konnte die Schweizer JU-AIR und die RIMOWA GmbH dazu begeistern, eine F 13 nachzubauen.

Am 15. September 2016 fand der erfolgreiche Erstflug der F 13 in Dübendorf/CH statt.